Es scheint, als hätte es Olivenbäume in der Toskana schon in frühgeschichtlichen Zeiten gegeben, damals allerdings mit holzigerem, ungezähmten Wuchs. Die ersten kultivierten Ölbäume Italiens fand man in Sizilien, hier wurden sie von den Siedlern des griechischen Reiches angebaut. Von dort aus hat sich der Olivenbaum in ganz Italien ausgebreitet. Im 16. Jahrhundert begann der Großherzog der Toskana seinen Öl-Export über den Hafen von Livorno. Die häufigsten Ölsorten waren damals Frantoio, Moraiolo und Gramignolo. Auch heute finden sich diese Sorten in den größten Teilen der Toskana.
Der Olivenbaum ist aus dem Bild der toskanischen Landschaft nicht mehr wegzudenken. „Olea Europaea L.“ ist die Mutter der Mittelmeer-Oliven – eine Pflanze, von der unsere tägliche Ernährung enorm profitiert. Der Olivenbaum bevorzugt Gegenden, in denen die Temperaturen nicht unter 4 – 5 Grad fallen, auch wenn er inzwischen auch in den nördlichen, kälteren Gebieten gut gedeiht. Der Olivenbaum hat eine hohe Anpassungsfähigkeit und deswegen haben sich die Olivenplantagen in der gesamten Toskana, auch in Gegenden, in denen die Temperaturen im Winter manchmal bis 7, 8 Grad unter Null fallen, verbreitet. Natürlich sind diese kälteren Temperaturen nicht ohne Risiko für den Olivenbaum. Eis und Frost können zu schweren Schäden führen, vor allem, wenn die Kälte zu einer Zeit kommt, in der sich die Knospen bilden. Die Temperaturverhältnisse sind daher ein wichtiges Merkmal bei der Prüfung, ob ein Baum sich an einem bestimmten Standort unter unterschiedlichen Bedingungen zur Fruchtbildung eignet. Allgemein kann man sagen, dass die gleichmäßigen Temperaturen von Mai bis September fast überall in der Toskana optimal für das Wachstum der Oliven sind. Ende Mai oder in der ersten Juniwoche blühen die Pflanzen. Nach der Blüte beginnt das Wachstum der Früchte. Ende September, wenn die Temperaturen anfangen zu fallen, verlangsamt sich der Reifeprozess der Früchte und der Anteil an Öl in den Oliven stabilisiert sich. Diese Temperaturveränderungen steuern das Reifen der Oliven, die in der Toskana normalerweise im November geerntet werden. Nach der Ernte „ruhen“ die Olivenbäume und bereiten sich auf den kalten Winter vor.
Der unverwechselbare Geschmack des toskanischen Olivenöls kommt von den Oliven der Sorte Frantoio, der unverwechselbare Duft von den Oliven des Moraiolo-Baums und die wichtigen Nährstoffe steuern die Leccino-Oliven bei. Diese drei Sorten sind die meist verbreiteten in der Toskana. Natürlich gibt es auch andere Sorten wie Pendolino, Morcaio und Morchaio, die auch in der Toskana angebaut werden und die gleichermaßen wichtig sind. FRANTOIO: Auch bekannt als lange Olive, „Correggiolo“, „Frantoiano“ oder gemeine Olive. Diese Pflanze hat ihren Ursprung in der Toskana, man findet sie aber auch in ganz Italien und in letzter Zeit wurde sie sogar erfolgreich in Übersee angebaut. Neben ihrer leichten Anpassung an unterschiedliche Klimazonen ist diese robusten Pflanze in der Lage, konstant starke Ernteerträge zu liefern – und ein Öl von guter Qualität. Allerdings will dieser Olivenbaum sorgfältig kultiviert werden, denn er ist nicht sehr tolerant gegenüber extremer Kälte, Fliegen oder Parasiten. Der Fruchtertrag ist reichlich und konstant. Der Reifungssprozess ist spät und schrittweise. Das Öl ist sehr hochwertig, fein, fruchtig und aromatisch Der Baum ist von mittlerer Stärke mit langen, schlanken Zweigen und in der Lage, viele Früchte zu tragen. Die Zweige wachsen deutlich nach oben. Die Frucht ist zum Zeitpunkt der Ernte schillernd grün, oder in einigen Fällen schwarz oder grün mit schwarzen Adern. MORAIOLO: Auch bekannt als „Ruzzolino“, „Morinello“, „Morellino“, „Morello“, schwarze Olive, runde Olive. Diese Pflanze hat ihren Ursprung in der Toskana, aber man findet sie in ganz Italien und in anderen Mittelmeerländern. Die Früchte des Moraiolo-Baumes liefern besonders viel Öl. Der Baum braucht eine lange Zeit, um wieder wachsen, nachdem er zurückgeschnitten wurde. Dieser besondere Baum ist sehr tolerant gegenüber starkem Wind, er wächst jedoch nicht gut in extremer Kälte oder feuchter Luft. Die Frucht reift im normalen zeitlichen Rahmen. Das Öl dieses Olivenbaum ist besonders gehaltvoll. Der Baum ist von mittlerer Stärke mit nicht sehr buschigen Zweigen. Die Oliven haben ein schwarz-violette Farbe, wenn sie geerntet werden.
LECCINO: Auch bekannt als „Leccio“, „Premice“ oder „Silvestrone“. Die Ursprünge dieses besonderen Olivenbaums sind nicht gesichert nachweisbar. Er gilt historisch als Florentiner Baum, obwohl er mittlerweile in ganz Italien und im Ausland angebaut wird. Diese Olive ist sehr tolerant gegenüber unterschiedlichen klimatischen Bedingungen, gegenüber kalten Nebel und Wind, aber auch gegenüber Krankheiten und Parasiten. Der Fruchtertrag ist hoch und konstant und die Reifung der Oliven am Baum ist schnell und gleichmäßig. Die Früchte dieses Baumes werden zur Herstellung von Öl verwendet, aber auch als Oliven verbraucht. Dieser Baum ist sehr stark und seine Zweige hängen niedrig. Die Oliven sind schwarz-violett bei der Ernte. Die Frucht reift schnell am Baum.
PENDOLINO: Auch bekannt als „Piangente Maurino Fiorentino“. Dieser Baum ist von mittlerer Stärke. Die langen, niedrig hängenden Zweige und das buschige Laub sind seine besonderen Merkmale. Das frühe und üppige Blühen dieser Pflanze hat zur besonders weiten Verbreitung in aller Welt beigetragen. Der Ertrag ist hoch und gleichmäßig. Die Frucht reift im normalen zeitlichen Rahmen, aber wenn es soweit ist, sollten alle Oliven möglichst gleichzeitig geerntet werden. Die Pflanze ist empfindlich gegenüber klimatischen Veränderungen und Parasiten. Sie ist sehr beliebt als Ziergartenpflanze.
DER OLIVENBAUM Am häufigsten werden die jungen Bäume in Tontöpfen und klassischen Behältern aufgezogen. Wenn eine Olivenpflanze dann frei wächst, stößt sie alle Zweige von selbst ab, die im Schatten nicht wachsen oder die nicht blühen. Diese Zweige werden vom Baum nicht mehr versorgt und fallen schließlich zu Boden. Ein guter Schnitt sorgt dafür, dass der Baum dies nicht alleine tun muss, denn dieser Prozess kostet ihn selbst Energie, die damit für das Wachstum verschwendet ist. Die unteren Äste des Baumes müssen regelmäßig entfernt werden, damit der Baum von optimalen Lichtverhältnissen profitiert. Das Beschneiden muss jährlich durchgeführt werden. Die Pflanze muss auch gut organisch gedüngt werden, die Erde um die Wurzeln muss gut gepflegt sein.
DIE ERNTE
Die Ernte erfolgt sorgfältig von Hand, meistens im November. Beginnend an der Spitze des Baumes, werden die Früchte gepflückt und in Kunststoffbehältern oder in einem unter dem Baum ausgebreiteten Netz gesammelt. Der November ist der übliche Monat für die Ernte. In unserem Teil der Toskana werden die Oliven alle von Hand gesammelt, weil eine mechanische Ernte die Qualität der Oliven und damit letztlich des Öls beeinträchtigen würde. Wenn die Ernte in zeitlichem Abstand von einigen Tagen zur Pressung erfolgt, ist es unerlässlich, die Oliven bis zur Verarbeitung an einem kühlen, trockenen Ort zu lagern.
NATIVES OLIVENÖL EXTRA VERGINE Natives Olivenöl extra hat zwei grundlegende Eigenschaften, die es von anderen Ölen unterscheiden: Das Öl wird aus einer Frucht (der Olive) gewonnen und es wird ausschließlich mechanisch aus dieser Frucht gewonnen. Diese beiden Faktoren sowie die Garantie, dass nichts außer Wasser hinzukommt, wenn das Öl produziert wird, machen dieses Olivenöl so natürlich und ursprünglich. Ein weiterer Unterschied zwischen normalem Olivenöl und nativem Olivenöl Extra Vergine: letzteres hat einen Säuregehalt von höchstens 0,8 %. Die richtige Lagerung ist von wesentlicher Bedeutung für den Erhalt der Qualität des Öls. Der Behälter muss aus Glas sein oder alternativ aus rostfreiem Stahl. Das Öl sollte lichtgeschützt an einem kühlen trockenen Ort gelagert werden. Wenn ein gutes Olivenöl richtig gelagert wird, kann es seine Qualität über Jahre halten.
Die Farbe des Öls gibt keinen Hinweis auf die Qualität des Produkts, aber in der Regel kann man am Grad der Fruchtigkeit herausschmecken, dass das Öl gepresst und wie alt es ist. Jedes Olivenöl hat einen individuellen Charakter, der typisch für Herkunft und Lage ist. Natives Olivenöl extra unterstützt die effektive Arbeit von Leber und Darm und verringert deutlich die Wahrscheinlichkeit von Geschwüren und Gallensteinen.
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